Montag, 15. März 2010
M e d i t a t i o n i n d e r V o l l z u g s a n s t a l t
medipro, 10:16h
`Frei zu sein´ - das ist eine tief verwurzelte Sehnsucht jedes Menschen. Sich frei
von Sorgen bewegen und den Impulsen des Lebens folgen zu können – danach
sehnt sich jeder von uns. Wir alle kennen das Gefühl `unfrei´ zu sein, wenn
Ängste und Leid schwer auf unseren Herzen lasten und alle Lebensenergie wie
aufgebraucht scheint. Doch egal wie unfrei wir uns fühlen, durch innere
Erforschung und Auseinandersetzung besteht immer die Möglichkeit, und auch
die Hoffnung, die innere Freiheit wiederzuerlangen. Es liegt in unserer Hand.
Doch was passiert, wenn nicht nur die innere Freiheit, sondern auch die äußere
verloren geht? Was es bedeutet, auf körperliche Bewegungsfreiheit verzichten zu
müssen, auf wenigen Quadratmetern zu leben und völlig vom Fluss des Lebens
abgeschnitten zu sein – das können wir uns nur schwer vorstellen. Für
Gefängnisinsassen bedeutet es Alltag. Im Gegensatz zum inneren Freiheitsverlust
ist der äußere für die Insassen zunächst unveränderbar. Es ist ihre Wirklichkeit,
es ist ihr Leben. Umso wichtiger und drängender scheint es, dass 2
Gefängnisinsassen die Möglichkeit bekommen, das zu erreichen was für sie
erreichbar ist: die innere Freiheit.
Die Idee mit Gefängnisinsassen zu meditieren kommt ursprünglich aus Indien.
Dort wurde dieses neuartige und mutige Experiment bereits 1994 in Jaipur, dem
größten Gefängnis des Landes durchgeführt. Mit erstaunlichen Ergebnissen. Was
nach Ende des gigantischen Meditationscamps mit über 1000
Schwerstkriminellen aus deren Mund kam, hätte man nie für möglich gehalten.
Viele waren regelrecht dankbar in dem Gefängnis zu sein, ist ihnen doch erst an
diesem Ort ermöglicht worden diese Erfahrung zu machen und Frieden zu finden.
Aber ist es auch bei uns, also in der westlichen Gesellschaft möglich,
Gefängnisinsassen durch Meditation zu berühren oder gar zu verändern?
Ja, es ist möglich. Ähnliche, inzwischen standardisierte Programme in
Gefängnissen der USA und England zeigen deutlich, dass es auch in unserem
Werte- und Gesellschaftssystem möglich ist, durch Meditation in
Vollzugsanstalten Veränderung zu erfahren. Warum also nicht auch bei uns, in
Deutschland?
Was genau kann durch Meditation geschehen? Der englische Psychologe Dr.
Kishore Chandiramani hat die Wirksamkeit der Meditationskurse überprüft und
kam zu eindrucksvollen Einsichten. Seine Arbeit zeigt deutlich, dass die Insassen
nach Absolvieren des Programms weniger zu Depressionen neigen, weniger
feindselig sind und sich der Grad ihrer gefühlten Hoffnungslosigkeit eindeutig
verringert. Zudem fand Dr. Chandiramani heraus, dass die Insassen
anschließend disziplinierter sind und ihre Kooperationsbereitschaft zunimmt.
Eine Studie des amerikanischen `National Institut of Health´ zeigte sogar, dass
die Meditationskurse eindeutig zu einer Verringerung des Zigaretten-, Alkohol-
und Drogenkonsums führen.
All diese Ergebnisse zeigen deutlich, was durch Meditation geschehen kann und
welchen enormen Einfluss es auf die Lebensqualität des Einzelnen und das
`Miteinander´ in der gesamten Vollzugsanstalt haben kann. Diese Chance sollte
wahrhaftig genutzt werden.
In unserem Meditationsprojekt möchten wir mit Menschen arbeiten, die bereit
sind genau dieser Angst zu begegnen. Denn viele unserer Handlungen sind von
Angst bestimmt. Damit wir uns wohl fühlen, weichen wir gerne unangenehmen
Situationen und Gefühlen aus. Dieses Wohlfühlen wird jedoch teuer erkauft, denn
wir wenden uns von dem ab was gerade da ist und wahrgenommen werden will.
Wir befinden uns im Widerstand gegen das Leben, das macht uns angespannt
und unfrei. Aus dieser Unfreiheit entsteht ein scheinbar unabwendbarer Kreislauf
aus Leid. Wir landen in der Sackgasse der Anspannungen und Blockaden,
machen uns hart gegen das Leben, gegen uns selbst und die anderen. Leider
sind wir so kaum noch in der Lage wahrzunehmen was wir fühlen und was
unsere wirklichen Bedürfnisse sind.
In diesem ständigen Ankämpfen gegen das was ist können wir nur verlieren.
Wird der Kampf jedoch beendet, kann sich die Fülle des Lebens zeigen.
von Sorgen bewegen und den Impulsen des Lebens folgen zu können – danach
sehnt sich jeder von uns. Wir alle kennen das Gefühl `unfrei´ zu sein, wenn
Ängste und Leid schwer auf unseren Herzen lasten und alle Lebensenergie wie
aufgebraucht scheint. Doch egal wie unfrei wir uns fühlen, durch innere
Erforschung und Auseinandersetzung besteht immer die Möglichkeit, und auch
die Hoffnung, die innere Freiheit wiederzuerlangen. Es liegt in unserer Hand.
Doch was passiert, wenn nicht nur die innere Freiheit, sondern auch die äußere
verloren geht? Was es bedeutet, auf körperliche Bewegungsfreiheit verzichten zu
müssen, auf wenigen Quadratmetern zu leben und völlig vom Fluss des Lebens
abgeschnitten zu sein – das können wir uns nur schwer vorstellen. Für
Gefängnisinsassen bedeutet es Alltag. Im Gegensatz zum inneren Freiheitsverlust
ist der äußere für die Insassen zunächst unveränderbar. Es ist ihre Wirklichkeit,
es ist ihr Leben. Umso wichtiger und drängender scheint es, dass 2
Gefängnisinsassen die Möglichkeit bekommen, das zu erreichen was für sie
erreichbar ist: die innere Freiheit.
Die Idee mit Gefängnisinsassen zu meditieren kommt ursprünglich aus Indien.
Dort wurde dieses neuartige und mutige Experiment bereits 1994 in Jaipur, dem
größten Gefängnis des Landes durchgeführt. Mit erstaunlichen Ergebnissen. Was
nach Ende des gigantischen Meditationscamps mit über 1000
Schwerstkriminellen aus deren Mund kam, hätte man nie für möglich gehalten.
Viele waren regelrecht dankbar in dem Gefängnis zu sein, ist ihnen doch erst an
diesem Ort ermöglicht worden diese Erfahrung zu machen und Frieden zu finden.
Aber ist es auch bei uns, also in der westlichen Gesellschaft möglich,
Gefängnisinsassen durch Meditation zu berühren oder gar zu verändern?
Ja, es ist möglich. Ähnliche, inzwischen standardisierte Programme in
Gefängnissen der USA und England zeigen deutlich, dass es auch in unserem
Werte- und Gesellschaftssystem möglich ist, durch Meditation in
Vollzugsanstalten Veränderung zu erfahren. Warum also nicht auch bei uns, in
Deutschland?
Was genau kann durch Meditation geschehen? Der englische Psychologe Dr.
Kishore Chandiramani hat die Wirksamkeit der Meditationskurse überprüft und
kam zu eindrucksvollen Einsichten. Seine Arbeit zeigt deutlich, dass die Insassen
nach Absolvieren des Programms weniger zu Depressionen neigen, weniger
feindselig sind und sich der Grad ihrer gefühlten Hoffnungslosigkeit eindeutig
verringert. Zudem fand Dr. Chandiramani heraus, dass die Insassen
anschließend disziplinierter sind und ihre Kooperationsbereitschaft zunimmt.
Eine Studie des amerikanischen `National Institut of Health´ zeigte sogar, dass
die Meditationskurse eindeutig zu einer Verringerung des Zigaretten-, Alkohol-
und Drogenkonsums führen.
All diese Ergebnisse zeigen deutlich, was durch Meditation geschehen kann und
welchen enormen Einfluss es auf die Lebensqualität des Einzelnen und das
`Miteinander´ in der gesamten Vollzugsanstalt haben kann. Diese Chance sollte
wahrhaftig genutzt werden.
In unserem Meditationsprojekt möchten wir mit Menschen arbeiten, die bereit
sind genau dieser Angst zu begegnen. Denn viele unserer Handlungen sind von
Angst bestimmt. Damit wir uns wohl fühlen, weichen wir gerne unangenehmen
Situationen und Gefühlen aus. Dieses Wohlfühlen wird jedoch teuer erkauft, denn
wir wenden uns von dem ab was gerade da ist und wahrgenommen werden will.
Wir befinden uns im Widerstand gegen das Leben, das macht uns angespannt
und unfrei. Aus dieser Unfreiheit entsteht ein scheinbar unabwendbarer Kreislauf
aus Leid. Wir landen in der Sackgasse der Anspannungen und Blockaden,
machen uns hart gegen das Leben, gegen uns selbst und die anderen. Leider
sind wir so kaum noch in der Lage wahrzunehmen was wir fühlen und was
unsere wirklichen Bedürfnisse sind.
In diesem ständigen Ankämpfen gegen das was ist können wir nur verlieren.
Wird der Kampf jedoch beendet, kann sich die Fülle des Lebens zeigen.
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